Kulinarische Zeitreise in die 1990er-Jahre

Mit den 1990er-Jahren endet die kulinarische Zeitreise im Hans-Klenk-Haus. Zum Abschluss gab es Gemüsecurry und einen echten Partyklassiker.

In den 1990er-Jahren nahm die Globalisierung deutlich an Fahrt auf. Gründe waren das Ende des Kalten Krieges, die politische Öffnung vieler Länder, aber auch die Verbreitung des Internets (wenn auch mit krachend-krächzendem Modem) sowie moderne Kommunikationstechnologien wie E-Mail und Mobiltelefon. Außerdem wurden Flugreisen für die breite Masse immer erschwinglicher. 

Dadurch wurden exotische Rezepte, Zutaten und Gerichte immer leichter zugänglich und beeinflussten die Ess- und Kochgewohnheiten von Menschen auf der ganzen Welt. So landeten immer öfter nord-amerikanische, mexikanische, indische, thailändische und japanische Spezialitäten auf den Tischen der Deutschen. Burger wurden ebenso allgegenwärtig wie italienische oder mediterrane Speisen. Getrocknete Tomaten, Mozzarella, Carpaccio und Rucola wurden zu absoluten Rennern. 

In den 90ern begann das bis heute andauernde Sterben der deutschen Wirtshauskultur. Immer mehr Kronen, Ochsen und Adler wurden zur Ristorante-Pizzeria, zum China-Palast oder schlossen dauerhaft. Parallel dazu überrollt eine Welle an Light-Produkten die Nation. Das Gesundheitsbewusstsein mancher Mitbürger*innen führt zu allerlei erstaunlichen Auswüchsen, denken wir an Light-Zigaretten und komplett fettfreie Milchprodukte. Nie zuvor war die Ernährung so individuell und von Familie zu Familie verschieden. 

Für die Bewohner*innen des Hans-Klenk-Haus gab es zur Vorspeise einen absoluten Partyklassiker der 1990er-Jahre: die Käse-Lauch-Suppe. Da damals an jeder Ecke neue Burgerläden von McDonald‘s, Burger King und Co entstanden, gab es als Hauptspeise Hamburger zum Selbstbelegen mit Pommes frites – die waren immer beliebt. Als Beilage gab es Zucchini, die sich in den 90ern vom „südeuropäischen Exoten“ zu einem überall erhältlichen Standardgemüse entwickelten. Als vegetarische Alternative servierte die Küche Gemüsecurry in Kokossoße mit feinem Duftreis und an den deutschen Gaumen angepasster Schärfe. 

Die Liebe der Deutschen zur italienischen Küche spiegelte sich im Nachtisch und dem Extra am Abend wider: Es gab Panna Cotta und Tomate-Mozzarella-Salat – zwei Speisen, die in der Zwischenzeit beliebter als manches traditionelle deutsche Gericht geworden waren.

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