Der AWO-Ortsverein Ludwigsburg organisierte einen Stadtspaziergang unter dem Titel „Bader, Ärzte, Apotheker“, bei dem Frau Johanna (alias Xenia Busam) als Baderin auftrat. Die Teilnehmenden bekamen anschaulich vermittelt, wie die medizinische Versorgung im Barock aussah, und erhielten vor Ort spannende Einblicke zu Hygiene, Zahnheilkunde und orthopädischen Problemen jener Zeit.
Während der Führung wurde detailliert erklärt, welche Heilmethoden damals genutzt wurden. Dazu gehörten unter anderem die Anwendung verschiedener Kräuter, Salben und Tees gegen eine Vielzahl von Beschwerden, beispielsweise zur Linderung von Schmerzen, Fieber oder Entzündungen. Typische Therapien wie Schneckensud, ein aus Weinbergschnecken zubereitetes Mittel, galten damals als wirksam bei Husten oder Atemwegserkrankungen. Blutegel wurden zur sogenannten "Ausleitung krankhafter Säfte" an den Patienten gesetzt, insbesondere um das Gleichgewicht der Körpersäfte wiederherzustellen.
Nicht zuletzt widmete sich die Führung auch dem Stand der Hygiene jener Zeit. Es wurde darauf hingewiesen, dass regelmäßiges Baden eher die Ausnahme war. Besonders spannend waren die Ausführungen zur Zahnheilkunde: Damals fehlten Zahnbürsten und moderne Füllmaterialien, sodass Zahnprobleme meist durch Ziehen behandelt wurden.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch unterhaltsame historische Anekdoten, die den Rundgang besonders lebendig und informativ machten. Frau Johanna erzählte von kuriosen Begebenheiten aus dem Arbeitsalltag einer Baderin und schilderte eindrücklich, wie sehr sich das Verständnis von Gesundheit und Krankheit seitdem verändert hat. Die Führung bot so nicht nur einen informativen Einblick in alte medizinische Praktiken, sondern weckte bei vielen Teilnehmenden auch Staunen über den medizinischen Fortschritt bis heute.

