Freiwilligendienste im sozialen Bereich: Ein Gewinn für alle Beteiligten

Eine BFDlerin trinkt im Hans-Klenk-Haus Kaffee mit Bewohner*innen

Ob direkt nach der Schule, zur Neuorientierung im Berufsleben oder kurz vor der Rente – ein Bundesfreiwilligendienst ist für viele eine Chance. 

Ob direkt nach der Schule, zur Neuorientierung im Berufsleben oder kurz vor der Rente – ein Bundesfreiwilligendienst gibt Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen die Chance, neue Arbeitsbereiche kennenzulernen, eigene Stärken zu entdecken und wertvolle Lebenserfahrung zu sammeln. In der AWO Ludwigsburg arbeiten jedes Jahr etwa 15 Freiwillige und unterstützen im Pflegeheim, den Kitas oder dem Bereich Inklusion. 

 

„Ein Freiwilligendienst ist nicht selten der Start in die Arbeitswelt“, sagt Karolina Rossova, Personalchefin der AWO Ludwigsburg. Sie habe schon einige Fälle erlebt, in denen die Entscheidung für einen BFD eher zufällig getroffen worden sei – aufgrund von Wartezeiten auf Ausbildung oder Studium, mangels Alternativen oder einfach, weil die Freiwilligen nach der Schule nicht wussten, welcher Beruf passen könnte. In der Kita oder im Pflegeheim merkten sie dann, dass die Arbeit genau das Richtige für sie sei. „Vielen gefällt die Arbeit im sozialen Bereich so gut, dass sie sich anschließend für eine Ausbildung bei uns bewerben und in einer unserer Kitas oder im Pflegezentrum Hans-Klenk-Haus arbeiten“, sagt sie. 

In den Kitas unterstützen die Freiwilligen die pädagogischen Fachkräfte, im Sozialdienst des Pflegezentrums sind sie für die Bewohner*innen da, gestalten den Tagesablauf mit, planen Aktivitäten, hören zu und nehmen sich viel Zeit für die älteren Menschen. Im Bereich Inklusion helfen sie Kindern mit körperlichen Einschränkungen und begleiten sie im Schulalltag, damit sie möglichst selbstständig am Unterricht teilnehmen können. Auch in der Pflege oder in der Haustechnik sind Freiwilligendienste möglich. „Für Zugewanderte ist der BFD ebenfalls eine gute Chance, durch den täglichen Kontakt mit anderen Menschen Deutsch zu lernen und in unserer Gesellschaft anzukommen“, sagt die BFD-Verantwortliche Bianca Schönthal.

2011 entstand der Bundesfreiwilligendienst nach Abschaffung von Wehrpflicht und Zivildienst, um eine Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland zu etablieren – unabhängig vom Alter. Heute gibt es jährlich etwa 36.000 BFDler*innen, davon sind rund 23 Prozent bereits über 27 Jahre alt. Davon profitiert auch die Sozialwirtschaft, die besonders durch den wachsenden Fachkräftemangel, beispielsweise in der Pflege, betroffen ist. Freiwillige können eine Entlastung für die Fachkräfte sein, indem sie praktische Hilfstätigkeiten übernehmen. Gleichzeitig bereichern sie den Alltag in den Einrichtungen.

„Unsere Freiwilligen können sich viel Zeit für unsere Bewohner*innen nehmen, individuell auf sie eingehen, zuhören oder gemeinsame Spaziergänge unternehmen. Wir merken, dass die Menschen das sehr schätzen“, sagt Deborah Bronkal, Leiterin Sozialdienst des Hans-Klenk-Haus. 

Der Bundesfreiwilligendienst ist also weit mehr als eine Übergangslösung. Er ist potenzieller Berufseinstieg, Chance für persönliches Wachstum und Gewinn für die gesamte Gesellschaft.

Motive unserer neuen BFD-Kampagne, fotografiert in unseren Einrichtungen
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