Baden-Württemberg fördert Projekt „AWO TraumaCare – Wenn die Seele leidet“

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„AWO TraumaCare“ ist ein traumapädagogisches Unterstützungsangebot für Schüler*innen in Remseck-Neckarrems und Remseck-Aldingen.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt 37 lokale Integrationsprojekte mit rund 1,9 Millionen Euro, darunter das im Oktober 2026 gestartete Projekt „AWO TraumaCare – Wenn die Seele leidet“ der AWO Ludwigsburg. Die Förderung beläuft sich auf 58.591,92 Euro, verteilt auf drei Jahre. 

„AWO TraumaCare“ ist ein traumapädagogisches Unterstützungsangebot für Schüler*innen der Kelterschule (Grundschule) in Remseck-Neckarrems und der Wilhelm-Keil-Schule in Remseck-Aldingen (Gemeinschaftsschule). Die ausgebildeten Traumapädagoginnen Isabell Krickl und Pia Mayer, die in der Flüchtlingssozialarbeit tätig sind, beraten seit Oktober 2026 Schüler*innen mit traumatischen Belastungen und vermitteln ihnen Methoden, die sie in Krisensituationen oder bei Flashbacks selbstständig anwenden können. Das Land finanziert eine 30-prozentige Personalstelle, also knapp sechs Wochenstunden pro Schule. 

Zielgruppe sind Schüler*innen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund. Sie leiden häufig unter traumatischen Belastungen, die durch schwerwiegende Verluste, Erkrankungen, Flucht- oder Unfallursachen sowie physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausgelöst sein können. „Hochrechnungen zufolge gibt es mindestens zwei bis drei traumatisierte Kinder in jeder Schulklasse. In Vorbereitungsklassen mit Kindern mit Fluchtgeschichte ist der Anteil deutlich höher“, sagt Heiko Nostadt, Leiter des Fachbereichs Migration.

Belastete Kinder stehen im Schulalltag oft unter enormem Stress, ihr Nervensystem ist ständig auf Gefahr programmiert. Äußern kann sich dies in erhöhter Reizbarkeit, starken Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen oder auch übermäßiger Wachsamkeit. „Die kognitive Leistungs- und Merkfähigkeit sind beeinträchtigt. Auch die Fähigkeit zur Emotionsregulation ist stark eingeschränkt. Wir wollen erreichen, dass die Kinder wieder im Schulalltag zurechtkommen und am Unterricht teilnehmen können“, sagt Heiko Nostadt. 

Gleichzeitig sei das Ziel, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen zu entlasten. Durch Schulungen und die Sensibilisierung von Lehrkräften, Schulsozialarbeiter*innen und Eltern soll das Projekt ein Bewusstsein für Traumata und Traumafolgestörungen schaffen und dadurch das Verständnis für die Kinder und Jugendlichen fördern. „Bislang gab es im Landkreis Ludwigsburg keine niedrigschwelligen Angebote für traumatisierte Schüler*innen. Mit unserem Angebot wollen wir diese Lücke jetzt zumindest an zwei Schulen schließen“, so Nostadt.

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