Frauen in die Politik

|   100 Jahre AWO

Politisches Frauenfrühstück anlässlich des Weltfrauentags

"Wir haben schon einiges erreicht, es bleibt aber auch noch einiges zu tun"- da waren sich alle einig als Vertreterinnen der Kommunalpolitik, die ehemalige Ludwigsburger Bürgermeisterin Cornelia Lange, die neue Ludwigsburger Bürgermeisterin Gabriele Nießen und interessierte Frauen am diesjährigen Frauentag zum Frühstück bei der Arbeiterwohlfahrt trafen.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100 Jahre Jubiläum der Arbeiterwohlfahrt und auch angesichts der anstehenden Kommunalwahlen war das Thema "Frauen in die Politik" so relevant wie selten. Innerhalb der AWO können wir auf viele Frauen in verantwortungsvollen Positionen zurückblicken, ob das die Gründerin Marie Juchacz ist oder Lotte Lemke, die die AWO als Geschäftsführerin bereits vor dem Krieg geleitet hat oder in Ludwigsburg Elfriede Breitenbach, die in einer Zeit eine verantwortungsvolle Position als Geschäftsführerin innehatte, in der das noch nicht alltäglich war. Frauen machen zahlenmäßig die Hälfte der Gesellschaft aus, in den politischen Gremien nicht mal ein Viertel. Die Gründe für ein solches Ungleichgewicht sind sicher vielfältig.

Das Grußwort übernahm Gabriele Nießen, die erst am 1. März ihr Amt als neue Bürgermeisterin angetreten hat. Sie ist die erste Frau im Rang einer Bürgermeisterin seit Cornelia Lange ihr Amt 1999 verlassen hat. In einer oft von Männern dominierten Arbeitswelt muss sie sich oft durchsetzen. Ihr geht es bei Gleichberechtigung vor allem um "Akzeptanz, Augenhöhe und Respekt".

Cornelia Lange ist mittlerweile Ministerialdirigentin im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. In ihrem Vortrag betonte sie, wie wichtig es ist Frauen in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen und dazu gehört auch die Mitwirkung in politischen Gremien wie der Gemeinderat oder Kreistag. "Frauen haben oftmals eine andere Perspektive, die Diskussionen in eine andere, davor nicht beachtete Richtung lenken können". Sie findet es für eine Stadt wie Ludwigsburg unglaublich, dass es 20 Jahre dauerte bis wieder eine Frau den Rang einer Bürgermeisterin innehat. 

Über eigene Erfahrungen und wie man es Frauen schmackhafter machen kann sich politisch zu Engagieren - darüber diskutierten die anwesenden Frauen mit den Kommunalpolitikerinnen Margit Liepins (SPD), Laura Wiedmann (Grüne), Gaby Moersch (Freie Wähler) und Dr.Uschi Traub (CDU). Die Beteiligung fängt in der Kommunalpolitik schon bei der Aufstellung der Listen an. Margit Liepins betont, dass SPD und Grüne ihre Listen abwechselnd aufstellen, was ein wichtiges Signal an die Bürger ist.

Ebenfalls anwesend war Judith Raupp, die die lange vakante Stelle der Gleichstellugnsbeauftragten bei der Stadt Ludwigsburg seit 1. März wieder besetzt.

Politik braucht Frauen, darüber sind sich am Ende alle einig gewesen. An alle Frauen ging der Aufruf raus, Frauen, die sich aufstellen lassen auch zu wählen, um einem Gleichgewicht von Frauen und Männern in politischen Gremien nach der Wahl am 26. Mai erneut ein Stück näher zu kommen.

v.l.n.r: Judith Raupp (Gleichstellungsbeauftragte), Heike Kiemle (AWO), Dr.Uschi Traub (CDU), Margit Liepins (SPD), Bürgermeisterin Gabriele Nießen, Laura Wiedmann (Grüne), Ministerialdirigentin Cornelia Lange, Alexandra Metzger (AWO), Gaby Moersch (Freie Wähler)