Flüchtlingssozialarbeit (Gemeinschaftsunterkunft)

Zu den wichtigen gesellschaftspolitischen Aufgaben gehört es, Geflüchtete bzw. Asylsuchende nach ihrer Ankunft in Deutschland zu unterstützen. Sie verlassen ihre Heimat, um in einem sicheren Land ein neues Leben zu beginnen.

Dabei sind sie auf vielfältige Hilfen angewiesen. Die Geflüchteten leben zunächst in Gemeinschaftsunterkünften (GU): Während dieser vorläufigen Unterbringung erwarten und durchlaufen sie ihr Asylverfahren. Mit unterschiedlichen Themenstellungen sind dabei die zuständigen Mitarbeitenden der Flüchtlingssozialarbeit konfrontiert.

Die Betreuungs- und Beratungsarbeit umfasst dabei im Wesentlichen:

  • Beratung und Information zum Asylantragsverfahren (Asylrecht, Ausländerrecht, AsylbLG, Miet- und Arbeitsrecht …), zu Rechten und Pflichten
  • Schnittstellenfunktion bzw. Kooperation mit Behörden und Institutionen (BAMF, Landratsamt, Ausländerbehörde, Polizei, Arbeitsamt, Gemeinden, Rechtsanwaltskanzleien, Wohlfahrtsverbände …)
  • Unterstützung beim Ausfüllen von Unterlagen, Anträgen etc. und Regelung von Formalitäten
  • Information über das Thema freiwillige Rückkehr und Weiterwanderung
  • Koordination der medizinischen Versorgung: Suche nach Ärzt*innen, Ausgabe von Krankenscheinen, ggf. Organisation der Begleitung zur medizinischen Behandlung
  • Unterstützung bei allen Anliegen des täglichen Lebens, Suche nach Lösungen bei auftretenden Schwierigkeiten
  • Konfliktmanagement und Krisenintervention sowie nachfolgend die Erarbeitung entsprechender Hilfemaßnahmen
  • Entwicklung von Hilfsangeboten bei psychosozialen Problemen
  • Eröffnen von integrativen Perspektiven: Organisation von Kita- und Schulplätzen bei Kindern und Jugendlichen, Vermittlung in Sprach- bzw. Integrationskurse, Unterstützung bei der Suche nach Praktika und weiteren berufsorientierenden Maßnahmen, Vertraut machen mit der örtlichen Infrastruktur (Freizeitangebote, interkulturelle Begegnungsmöglichkeiten etc.), Förderung des gegenseitigen Verständnisses, Kooperation mit dem Ehrenamt  

Diese und weitere Aufgaben decken die Flüchtlingssozialarbeiter*innen ab, entsprechend den Bestimmungen des Gesetzes zur Aufnahme von Flüchtlingen (FLüAG).  

Die AWO Ludwigsburg ist derzeit für eine GU in der Stadt Ludwigsburg sowie für drei GU in der Stadt Remseck zuständig.


Flüchtlingssozialdienst (Anschlussunterbringung)

Die soziale Betreuung der Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung (AU) baut auf der bisherigen Betreuung in der vorläufigen Unterbringung auf.
Der Flüchtlingssozialdienst der AU übernimmt die Ansprechfunktion für anerkannte Flüchtlinge, die in Unterkünften der Kommune leben, sowie für Flüchtlinge (im Asylverfahren bzw. ohne Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft), die privat untergebracht sind.
Im Gegensatz zur aufsuchenden Betreuung in der GU ist im Rahmen der AU eine „Komm-Struktur“ vorgesehen; das heißt, die Geflüchteten suchen einen sogenannten „Anlaufpunkt“ auf, der zu festen Sprechzeiten geöffnet ist und Unterstützung und Beratung anbietet.

Für anerkannte, kommunal untergebrachte Flüchtlinge ist vor allem notwendig: 

  • Wegweiser zu Behörden und Institutionen (Jobcenter, Arbeitsagentur, Ausländerbehörde, Wohlfahrtsverbände, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Familiennachzugsberatung …)
  • Unterstützung beim Ausfüllen bzw. Bearbeiten von Dokumenten, Anträgen und Formalitäten
  • Aufklärung über rechtliche Grundlagen und strafrechtliche Auswirkungen
  • Allgemeine, integrative Hilfen
  • Konfliktmanagement, Krisenintervention und Erarbeitung entsprechender Hilfemaßnahmen
  • Kooperation mit dem Ehrenamt

Für Flüchtlinge, die sich noch im Asylverfahren befinden (privat untergebracht) bzw. über keine Anerkennung verfügen:

  • Beratung und Information zum Asylantragsverfahren (Asylrecht, Ausländerrecht, AsylbLG, Miet- und Arbeitsrecht …), zu Rechten und Pflichten
  • Schnittstellenfunktion bzw. Kooperation mit Behörden und Institutionen (BAMF, Landratsamt, Ausländerbehörde, Polizei, Arbeitsamt, Gemeinden, Rechtsanwaltskanzleien, Wohlfahrtsverbände …)
  • Formale Hilfeleistungen insbesondere bei Leistungsanträgen
  • Wegweiser bei Problemen mit der Privatwohnung
  • Information über das Thema freiwillige Rückkehr und Weiterwanderung
  • Entwicklung von Hilfsangeboten und Weitervermittlung in andere Angebote und Unterstützungsnetzwerke bei psychosozialen Problemen, Suchtproblemen, spezifischen Lebenslagen etc.
  • Wegweiser bei finanziellen Schwierigkeiten, bei der Integration in Arbeit, in Sprachkurse etc.
  • Konfliktmanagement und Krisenintervention sowie nachfolgend die Erarbeitung entsprechender Hilfemaßnahmen
  • Erklärung der tatsächlichen Situation bei unrealistischen Erwartungen
  • Kooperation mit dem Ehrenamt

Für die Arbeit im Flüchtlingssozialdienst ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Integrationsbeauftragten der Kommunen ein wesentlicher Faktor für eine möglichst gute und abgestimmte Betreuung der Geflüchteten. Der Flüchtlingssozialdienst der AWO Ludwigsburg ist verantwortlich für den Anlaufpunkt in Remseck.

Offene Sprechstunde

Hummelberg 6-10
71686 Remseck (Neckarrems)

 

Sprechzeiten / Consulatation hours

Frau De Lima Brenner
Dienstag / Tuesday: 13:00-17:00 Uhr
Donnerstag / Thursdays: 09:30-13:30 Uhr

Herr Olaf Thumann
Dienstag / Tuesday: 13:00-17:00 Uhr
Mittwoch/Wednesday: 09:00-13:00 Uhr


Pakt für Integration

Mit dem „Pakt für Integration“ hat die Landesregierung Baden-Württemberg ein Programm aufgelegt, das besonders Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung (AU) mit Bleibeperspektive unterstützen soll. Gezielte Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Integrationsprozess zu stärken und die Selbstständigkeit der Zielgruppe zu fördern.

Methodisch wird dabei mit dem Ansatz des Case Managements gearbeitet, es findet über die eingesetzten Integrationsmanager*innen eine einzelfallbezogene, aufsuchende Sozialberatung mit den Geflüchteten statt und auf der Grundlage des jeweiligen individuellen Bedarfs erfolgt die Hilfeplanung via eines Integrationsförderplanes. Ferner gehören Netzwerkarbeit und Gemeinwesenorientierung zu den wesentlichen Elementen des Integrationsmanagements.

Die Ziele des fachlichen Konzeptes sind vor allem:

  • Integration des geflüchteten Menschen in die Wohnortgemeinde
  • Anbindung an die Systeme der Regelversorgung
  • Erwerb von Fähigkeiten zu einer selbstständigen Lebensführung

Mittel- bis langfristige Zeile sind:                                               

  • Aufbau einer eigenständigen Lebensperspektive
  • Eigene Wohnung
  • Unabhängigkeit von Sozialleistungen

Die Integrationsmanager*innen der AWO Ludwigsburg sind für ca. 260 Flüchtlinge, die über den Pakt für Integration erfasst werden, in Remseck 2018 / 2019 zuständig.


Kontakt

Flüchtlingssozialarbeit
der AWO Ludwigsburg

Talstrasse 22-24
71634 Ludwigsburg
Telefon: 07141/2849-54
migration@awo-ludwigsburg.de